Bei Erweiterung bestehender Kommunikationsnetze bleiben in der Regel die passiven Komponenten bestehen. In diesen Fällen ist eine Abstimmung der Planung mit Hochbau 6 zwingend erforderlich. Jedes neu zu errichtende Kommunikationsnetz muss folgenden Anforderungen genügen:•

– Diensteunabhängig: Die Verkabelung muss mindestens für die folgenden Daten- (IT) undTelefondienste (TK) geeignet sein: 10Base-X (IEEE 802.3), 100Base-X (IEEE 802.3u),1000Base-T (IEEE 802.3ab), 1000Base-X (IEEE 802.3z), 10GBase-X (IEEE 802.3ae),DTE Power via MDI – (IEEE 802.3af), Telefon analog a/b, Telefon ISDN UHersteller und ITUI420 ISDN S0.•

– Bedarfsunabhängig: Alle Räume werden so ausgestattet, dass auch bei einer Nutzungsänderung (möglichst) keine Nachinstallationen erforderlich werden.

Dazu hat die Planung zukünftiger Netze bei der Landeshauptstadt München grundsätzlichgemäß dieser Richtlinie in Form einer strukturierten Gebäudeverkabelung nach DIN EN50173-x der jeweils neuesten Fassung zu erfolgen. Auf Grund wirtschaftlicher Betrachtungen werden immer zusammenhängende Gebäudeabschnitte auf einmal vernetzt. Teilvernetzungen in Gebäudeabschnitten, in denen einzelne Räume nicht berücksichtigt werden, sind unzulässig. Alle Einbauten werden so dimensioniert, dass bei späterer Vollausstattung keine Engpässe auftreten.Bei Teilrealisierungen innerhalb eines Grundstücks (Campus) oder Gebäudes hat erst eine Grobplanung für ein flächendeckendes Netzwerk, die das gesamte Grundstück und alle Gebäude umfasst, zu erfolgen. Bei jedem Projekt ist dabei stets auf die Zukunftssicherheit und Wirtschaftlichkeit der Planung und Ausführung zu achten und während der einzelnen Planungsphasen stets zu überprüfen. Die Bereitstellung (Anmietung) der Weitverkehrsstrecken (WAN) zur Anbindung der loka-len Netze an das städtische Datenbackbone und die Telefonzentrale obliegt dem zentralen IT-Dienstleister IT@M für Informations- und Kommunikationstechnik. Nach Aufbau des passiven Kommunikationsnetzes erfolgt die weitere Betreuung der Netzwerke (aktives Kommunikationsnetz, Patchungen, Fehlersuche etc.) durch IT@M. Der Zugriff auf die Verteilerschränke ist durch den Einsatz von spezifischen Schließungen nur den Mitarbeitern von H6 und IT@M möglich. Davon abgewichen wird nur in Kommunikationsnetzen mit verschiedenen Schutzstufen. Dem Nutzer kann so Zugang zu ganz bestimmten Verteilungsbereichen gewährt werden – in Schulen z.B. zum Labornetz und für vom Nutzer in eigener Verantwortung betriebenenNetze. Siehe hierzu auch unter 3.6 Netze verschiedener Schutzstufen. Alle Vorgaben und Anforderungen an die von der Planung des Netzes betroffenen Gewerke sind frühzeitig an H6 anzuzeigen und zu koordinieren. Von H6 werden diese Angabenentsprechend der projektspezifischen Verteilung und Vorgaben an die anderen Abteilungen des Hochbaues (H1-H9) weitergeleitet und koordiniert.