Bei der Landeshauptstadt München kommen vorzugsweise 4 Aufzugsarten zum Einsatz:

• Kleingüteraufzüge
Kleingüteraufzüge (KGA) dienen dem Transport von Speisecontainern oder sonsti-gen Gütern in Einrichtungen/Bereichen von Gebäuden in denen keine Personenbe-förderung erforderlich ist. Kleingüteraufzüge werden nach DIN EN 81 – 3 (nach Maschinenrichtlinie) ausge-führt, mit:
• Nennlast max. 300 kg
• maximale Fahrkorbgrundfläche: 1 m² (Fahrkorbtiefe max. 1,0 m )
• maximale Tür- und Fahrkorbhöhe: 1,2 m
• Zuladung i.d.R. bodenbündig ohne Brüstung.
• Kabinenabschluss/Einrichtung zur Ladegutsicherung
• i.d.R. verschlüsselte Hol-/ Sendesteuerung
Im Zuge einer barrierefreien Erschließung von öffentlichen Gebäuden sollte grundsätzlich der Einbau eines barrierefreien Personen- / Lastenaufzuges, der (z.B. durchgeschickte Anordnung des Schachtes) die Transportaufgaben eines KGAs übernehmen kann, geprüft werden.

• Güteraufzüge / Unterfluraufzüge
Güter- bzw. Unterfluraufzüge dienen dem Transport von schweren Gütern (Paletten,Mülltonnen etc.), ein Personentransport ist nicht vorgesehen. Unterfluraufzüge wer-den im Außenbereich eingesetzt. Güter- / Unterfluraufzüge werden nach DIN EN 81 – 31 (nach Maschinenrichtlinie) ausgeführt, mit:
• hydraulischem Antrieb und seitlichem Stempel(n)
• Nennlast > 300 kg
• minimale Fahrkorbgrundfläche > 1m ² ( Fahrkorbtiefe > 1,0 m)
• minimale Tür- und Fahrkorbhöhe > 1,2 m
• verschlüsselte Hol- / Sendesteuerung

• hydraulisch betriebene Personen- / Lastenaufzüge (vorzugsweise bis 3 Etagen,direkt oder indirekt hydraulisch)
Für die barrierefreie Erschließung von öffentlichen Gebäuden werden Aufzüge mit hydraulischem Triebwerk nach DIN EN 81 – 20 / 50 (nach Aufzugsrichtlinie) einge-setzt bei:
• niedriger Nutzungsintensität und geringen Förderhöhen (i.d.R. bis 3 Haltestel-len; bis min. 3,5 m Förderhöhe direkt hydraulisch)
• hohen Nennlasten (mit zwei oder mehr seitlich angebrachten Hebern)
• große Kabinenfläche im Verhältnis zur Nennlast ( Anwendung von DIN EN 81 – 20 Punkt 5.4.2.2.2)
Die Anordnung des/der Hydraulikheber(s) erfolgt seitlich neben dem Fahrkorb, ein Zentralstempel unterhalb des Fahrkorbs ist nicht zulässig. Es dürfen keine Biegemomente auf die Heber übertragen werden. Der Antrieb (ggf. frequenzgeregelt) ist mit einem elektronisch geregelten Ventilblock ohne Ölkühler auszuführen. Die Vorgaben des WHG für wassergefährdende Stoffe sind zu beachten. Bei Verwendung von biologisch abbaubaren Hydraulikölen ist die Betriebseignung zu prüfen (Dichtungen etc.)
Der Hydraulikkreislauf ist frostfrei zu halten, Betriebstemperatur zwischen +10°C und +35°C. Bei Personenaufzügen sollte die Nenngeschwindigkeit mindestens 0,5 m / s betragen und der Antrieb für 90 Fahrten / Stunde ausgelegt werden. Personenaufzüge sollten direkt hydraulisch ausgeführt werden. Lastenaufzüge je nach Anforderung auch indirekt hydraulisch (bei verringerter Nenngeschwindigkeit und Fahrtenzahl zur Reduzierung der elektrischen Anschlusswerte). Bei hydraulischen Aufzügen ist grundsätzlich ein Triebwerksraum zur Aufnahme von Antrieb und Steuerung vorzusehen (siehe 2.2.3.1).

• elektrisch betriebene Personen- / Lastenaufzüge (vorzugsweise ab 3 Etagen, Treibscheibenantrieb mit/ohne Getriebe)
Für die barrierefreie Erschließung von öffentlichen Gebäuden werden Aufzüge mit Treibscheibenantrieb nach DIN EN 81 -20 / 50 (nach Aufzugsrichtlinie) eingesetzt bei:
• mittlerer und hoher Nutzungsintensität
• mittleren und großen Förderhöhen (i.d.R. ab 3 Haltestellen)
Es werden frequenzgeregelte Seilaufzüge mit Treibscheibenantrieb eingesetzt. Generell wird zwischen einem Aufzug mit separatem Maschinenraum (i.d.R. oben über dem Schacht) und maschinenraumlosen Aufzügen (MRL) unterschieden. Grundsätzlich sollte nach Möglichkeit ein Aufzug mit Maschinenraum oben über dem Schacht ausgeführt werden (Reduzierung des Gefährdungspotentials für Wartungsmonteure und einfachere Notbefreiung) und in der Planung frühzeitig mit dem Gewerk Architektur abgestimmt werden (siehe 2.2.3.2). Bei Aufzügen mit Maschinenraum sollten Antriebe mit Getriebe verbaut werden um eine einfachere Notbefreiung zu ermöglichen. Bei (erhöhten) Anforderungen an den Schallschutz (z.B. aufgrund einer schallschutztechnisch ungünstigen Anordnung des Aufzugschachtes im Gebäudegrundriss, siehe VDI 2566) sollte kein MRL Aufzug eingesetzt werden. Dies gilt ebenso wenn die Notbefreiung durch städtisches Personal erfolgen soll oder die Gewährleistung der Betriebstemperatur (+5°C – 40°C) im Schacht nicht uneingeschränkt gegeben ist. Die Wahl eines MRL – Aufzuges ist gegenüber dem Baureferat Hochbau zu begründen, die erschwerte Notbefreiung bei ungünstigen Lastverhältnissen muss technischkompensiert werden. Kommt ein MRL – Aufzug zur Ausführung ist ein an den Schacht angrenzender Steuerungsraum für die Unterbringung der Aufzugssteuerung sowie ggf. der NRA-Zentrale zwingend vorzusehen. Die Nenngeschwindigkeit sollte mindestens 1 m / s betragen, abhängig von Förderhöhe und Anforderungen an die Förderleistung. Die Auslegung des Antriebs hat für 180 Fahrten / Stunde zu erfolgen.

Der ebenfalls auf dem Markt befindliche Plattformlift wurde speziell für den Homebereich konzipiert und entspricht nicht den technischen Anforderungen für den Einsatzin öffentlichen Gebäuden.