Nach Auflage der Bau-Genehmigungsbehörde ist eine Brandmeldeanlage – in Abstimmung mit der Branddirektion München nach deren TAB, den DIN/VDE-Bestimmungen 0100, 0800, 0804, 0833 Teil 1 und 2 sowie DIN 14 675, 14 661, 4066, DIN EN 54 zu errichten. Auf die Empfehlung des AMEV BMA 2019 wird ebenfalls verwiesen. Es sind ausschließlich Geräte mit VdS-Zulassung einzusetzen. Für die Planung und Realisierung der Brandmeldeanlage ist eine entsprechende Zertifizierung nach DIN14675 erforderlich. Die Brandmeldeanlage übernimmt im Regelfall mittels Ringbussirenen die Alarmierung im Brand- und Krisenfall. Die Anlage wird aufgeteilt in zwei Komponenten, Feuerwehrinformationszentrum (FIZ) und Brandmeldezentrale. Das Feuerwehrinformationszentrum (FIZ) mit Hauptmelder, Hausalarmmelder, Feu-erwehrbedienfeld, Feuerwehranzeigetableau, Übertragungseinrichtung zur Weiterleitung an die Feuerwehr und Schleifenplänen ist in einer annähernd rauchdichten F30-Einhausung in unmittelbarer Nähe des Haupteinganges unterzubringen (entsprechend der TAB der Branddirektion München (BD)). Die Aufschaltung zur Feuerwehr erfolgt mittels Netzkoppler über zwei parallele Leitungswege (digitaler Anschluss und GSM-Netz). Zur Sicherstellung der Mobilfunkverbindung ist in maximal 20 m Entfernung vom FIZ (vorkonfektionierte Leitung) eine GSM-Antenne anzubringen. Die erforderliche Telefonverbindung wird auf Antrag von der Branddirektion München beschafft. Die Angabe über den vorgesehenen Provider hat zwingend vom Planer an die Branddirektion zu erfolgen. Die Freigabe der benötigten Feuerwehrschließzylinder ist bei der Branddirektion schriftlich zu beantragen. Die Koordinierung erfolgt durch das beauftragte Planungsbüro. Für den Termin zur gemeinsamen Aufschaltung der Brandmeldeanlage (H8, Fachplaner, Projektleitung, Feuerwehr) auf die Feuerwehrleitstelle ist ein Vorlauf von drei Monaten einzuplanen. Zur Aufschaltung müssen alle Vorarbeiten abgeschlossen sein und die erforderlichen Unterlagen vorliegen (SprüfV-Bescheinigung im Original, Unterlagen nach TAB, Wartungsvertrag usw.). DieTerminvergabe für die Montage der AÜE sowie für die Aufschaltung erfolgt erst nach Vorliegen aller erforderlichen Leistungen. Die Abwicklung hat gemäß den aktuellen Formblättern der Branddirektion zu erfolgen. Die BMA-Zentrale einschließlich der Batterien wird zur Vermeidung von Brandlastenund zur Erhöhung der Funktionssicherheit in einem eigenen Raum oder in einem geschlossenen Stahlblechstandschrank (i.d.Regel ca. 1,2 x 0,4 x 2m) aufgebaut. Der Raum ist mit einem automatischen Rauchmelder zu überwachen. Die BMA-Zentrale ist in Ringbustechnik mit Meldereinzeladressierung auszuführen. Generell ist ein modularer, erweiterungsfähiger Zentralenaufbau anzustreben. Bei der Übergabe der Anlage ist ein Abnahmeprotokoll eines verantwortlichen Sachverständigen sowie des anerkannten Prüfers (Leitungsnetz) für die Gesamt-Elektroanlage (SWM, TÜV o.ä.) vorzulegen. Die VOB-Abnahme und die Aufschaltung durch die Feuerwehr können ohne Vorliegen der positiven SprüfV-Bescheinigung nicht erfolgen. Ferner ist ohne Aufschaltung der BMA keine VOB-Abnahme durch das Hochbauamt möglich. Aufgrund der aktuellen Fassung der DIN VDE 0833 dürfen Brandmeldekabel nur unter Einhaltung der in dieser Norm genannten Voraussetzungen (Ringbustechnik, getrennte Leitungswege, etc.) ohne Funktionserhalt verlegt werden. In allen übrigen Fällen sind Leitungsanlagen erforderlich, die für einen Funktionserhalt im Brandfall von 30 Minuten ausgelegt sind. Bei der Verlegung von echten Ringen in Verbindungmit zweiseitiger Stromversorgung und Trennelementen in jedem Signalgeber kann nach Auffassung des TÜV-SÜD auf die Verlegung von E30-Leitungen verzichtet werden. Die Verkabelung ist so zu planen, dass der Einsatz von Funktionserhaltslei-tungen auf ein Mindestmaß reduziert werden kann.Die akustische Alarmierung erfolgt in der Regel über separate, von der Brandmeldeanlage angesteuerte und zweiseitig versorgte „echte“ Ringbus-Signalgeber mit integriertem Trennelement zur Erreichung der 1-fachen Fehlersicherheit. Hierzu ist das Gebäude flächendeckend mit Signalgebern auszustatten. Die Alarmierung im Brandfall erfolgt nur über die Brandmeldeanlage. Die ELA-Anlage wird zur Alarmierung nicht herangezogen. Somit unterliegt lediglich die Brandmeldanalge der Wartungspflicht.
Durch die Anbringung von Sirenen ausschließlich im Flur kann die in Schulen erforderliche Alarmierungslautstärke im Regelfall nicht sichergestellt werden! Es sind nur einstellbare Sirenen mit einem Schalldruck von >=96dB (in 1m Ab-stand) zugelassen!
Die Stromversorgung der Brandmeldeanlage ist auf eine Überbrückungszeit von 72 Stunden auszulegen. Die erforderliche Alarmierungszeit beträgt mindestens 30 Minuten. Der Einsatz von automatischen Rauchmeldern ist auf den erforderlichen Minimalumfang zu reduzieren. Zur Überwachung von Räumen/Bereichen mit automatischen Meldern ist die Genehmigung vom Hochbauamt einzuholen! Ausschlaggebend ist jedoch das Brandschutzkonzept. In Turnhallen sind automatische Rauchmelder aus betrieblichen und wartungstechnischen Gründen zu vermeiden, es ist bereits bei Erstellung des Brandschutzkonzeptes darauf einzuwirken. Das Ansprechen der Brandmeldeanlage bei Feuer und Störung ist im Dienstraum der technischen Hausverwaltung sowie in der Wohnung des THV mittels eines Paralleltableaus anzuzeigen. Bei Liegenschaften ohne Dienstraum bzw. ohne Wohnung für eine THV ist ein Paralleltableau im Sekretariat vorzusehen. Planungsgrundlage sind Anlagen, die bei einer Ringleitungslänge von bis zu 1000m mindestens 25 Sirenen pro Ring betreiben können. Alle Endgeräte sind mit Kurzschlußtrennern auszustatten. Der Aufbau der Anlage ist bereits während der Planung mit einem vom Auftraggeber zu bestellenden verantwortlichen Sachverständigen abzustimmen. Mit dem Hochbauamt ist für die Brandmeldeanlage ein Wartungsvertrag einschließlich der Störungsweiterleitung abzuschließen.
Die Störung der Brandmeldeanlage ist an die GLT und über Telefonanschluss an eine ständig besetzte Stelle weiter zu melden. Der erforderliche Telefonan-schluß ist frühzeitig mit it@M zu koordinieren!
Wichtige Hinweise:
– Erweiterungen oder wesentliche Änderungen bei vorhandenen BMA führen dazu, dass der aktuell geltende Standard der Branddirektion München (FIZ nach Vorgabe Feuerwehr, Feuerwehrschlüsselmanager, Blitzleuchte, usw.) hergestellt werden muss.
– Im Feuerwehrschlüsseldepot dürfen maximal drei gleichschließende Generalschlüssel untergebracht werden. Bei Vorhandensein von zwei unterschiedlichen Generalschlüsseln (zum Beispiel Kita+Schule) ist der Einbau eines Feuerwehrschlüsselmanagers im FIZ erforderlich. Die Anzahl der Schlüssel ist frühzeitig zu kontrollieren.
– Das FSD muss mit einer optischen Anzeige zur Sicherungsüberwachung der Objektschlüssel ausgestattet sein.
– Beim FSD ist zur manuellen Auslösung der BMA im Einsatzfall ein Freischaltelement mit der Feuerwehrschließung HGS 1-10 anzubringen.
– Im Sekretariat sowie im FIZ ist zur manuellen Auslösung des Internalarmes ein blauer Handfeuermelder vorzusehen.
– Die Feuerwehrzugänge sind idealerweise mit Doppelschließzylindern (Zylinder vom Objekt + Feuerwehrzylinder) auszustatten. Gartentore können je nach Nutzungbis zu drei separate Schließzylinder erfordern (Objekt+Feuerwehr+Gartenbau). Dies ist frühzeitig zu kontrollieren und zu koordinieren.
– Räume mit betriebsbedingter starker Lärmentwicklung (Turnhalle, Schwimmhalle, etc.) sollten mit zusätzlichen Blitzleuchten ausgestattet werden. Ebenso hat in barrierefreien WC-Anlagen die Alarmierung optisch und akustisch zu erfolgen.
– Beim Einsatz von Rauchansaugsystemen ist auf die Schallemission der Auswerteeinheiten zu achten. Die Auswerteeinheiten sind vorzugsweise in Nebenräumen anzuordnen.
– Der Elektrofachplaner hat die koordinierende Hinweispflicht, dass andere für die Feuerwehrabnahme erforderliche Themen fristgerecht bearbeitet werden (zum Beispiel Feuerwehrzufahrt, Feuerwehrschließung am Gartentor, Treppenhausbeschilderung, Beschilderung, Generalschlüssel, FIZ-Einhausung, usw.).
In der Anlage A7 wurde eine Checkliste beigefügt, in der die abzuarbeitenden The-men zusammengefasst sind.