Bus-System (KNX)

In Abhängigkeit der Größe des Gebäudes, dem Anteil der eingesetzten elektrischen Anlagenteile (Sonnenschutz, Verdunkelung, Oberlichter, NRA-Anlagen usw.), der Notwendigkeit von Zentralfunktionen/Zeitschaltungen (Licht, Sonnenschutz usw.) sowie in Ausnahmefällen der Einbeziehung der Heizungssteuerung ist der Einsatz eines einheitlichen BUS-Systems in Absprache mit dem Baureferat-Hochbau 8 vorzusehen. Bei der Planung des BUS-Systems ist die Aufschaltung auf die im Gebäude vorzusehende Gebäudeleittechnik zu berücksichtigen. Im Vorfeld der Planung ist dabei eine Koordinierung der TGA-Gewerke zwingend erforderlich (Gesamtkoordination: Elektroplaner). Wird ein BUS-System vorgesehen sind zusätzliche autarke Steuerungssyteme z. B. Sonnenschutz nicht mehr zulässig. Ferner ist das BUS-System für Fernzugriff / – parametrierung über ein Gateway in das technische Netzwerk einzubinden. Bei komplexeren Anlagen sind anstelle der Linienkoppler IP- Router einzusetzen und über das technische Netzwerk einzubinden. (siehe auch Punkt 14 Technisches Netz) Generell ist dem Einsatz eines herstellerunabhängigen Systems wie KNX der Vorzug zu geben. Bei gewerkeübergreifenden Lösungen, die komplexere Steuerungen erfordern, kann alternativ auch ein System der Fa. Wago zum Einsatz kommen. Folgende Automatisierungslösung sollte angestrebt werden:

– Im Dienstraum der technischen Hausverwaltung wird ein Touchpanel zur Visualisierung und Bedienung vorgesehen. Mit dem Touchpanel ist buttonbasiert die Beleuchtung der Flurbereiche zentral auf Dauer zu schalten. Ebenso werden der manuelle Beleuchtungs-Zentral-Aus, die manuelle Zentralbedienung des Sonnenschutzes, die manuelle Bedienung der Außenbeleuchtung und die Anzeige von Störmeldungen darüber realisiert.
– Die Sonnenschutzsteuerung inklusive Wind- und eventuell Regenwächter erfolgt über das Automatisierungssystem.
– Alle Fenstermotore (außer NRA) werden durch das Automatisierungssystem gesteuert.
– Alle Flurbereiche mit Präsenzmeldern und alle Sonderbereiche (Aula, Mensa, Turnhallen, usw.) werden durch das Automatisierungssystem gesteuert.
– Alle Lehrerzimmer erhalten eine dimmbare Beleuchtung, die durch das Automatisierungssystem gesteuert werden.
– Alle Lagerräume die nur schlecht mit Präsenzmeldern ausgestattet werden können erhalten eine durch das Automatisierungsystem gesteuerte Beleuchtung. (z. B. Bibliothek mit hohen Regalen)
– Das Automatisierungssystem schaltet zu einer oder mehreren mit dem Nutzer und dem Hochbauamt abgestimmten Zeiten die Beleuchtung ab. Die Zeiten können auf dem Touchpanel vorgegeben werden.
– Die Schaltzeiten der Außenbeleuchtung können auf dem Touchpanel vorgegeben werden.

Von der Automatisierung ausgenommen sind folgende Bereiche:
– Räume mit Einzelraumlichtregelungen
– WC’s mit autarken Präsenzmeldern in Vollautomatik

Bei Erweiterungen oder Teilsanierungen ist vom Planer zu prüfen, welches Steuersystem bereits im Gebäude vorhanden ist. Dem Baureferat Hochbau 8 ist im Rahmen der Planung ein schriftliches Steuerungs-konzept in Form eines Pflichtenheftes vorzulegen. Darin ist explizit zu berücksichtigen, dass vom Betreiber/THV auch die vom jeweiligen Bussystem erhältlichen Status- und Störmeldungen (Meldungen aus DALI- und SMI-Linien, Meldungen von Netzteilen, Statusmeldungen, etc.) ausgewertet werden. Vom Planer sind die Möglichkeiten schriftlich in Form eines Pflichtenheftes auf zu zeigen und vor der Ausschreibung genau abzustimmen. Nach Abschluss der Maßnahme ist dem Baureferat Hochbau 8 die komplette Softwaredokumentation einschließlich aller erforderlichen Dateien und Applikationen zu übergeben. Die Möglichkeit die vorhandene Software vollständig zu löschen und wieder neu aus der Dokumentation zu installieren ist zwingend notwendig. Das zuständige Baureferat behält sich vor bei der Abnahme der Anlage so zu verfahren.