Grundsätzlich ist der Aufzugsschacht gemäß den Anforderungen der BayBO §37 mit einer Öffnung zur Entrauchung auszustatten. Der effektive, freie Querschnitt beträgt 2,5 % der Schachtgrundfläche mindestens jedoch 0,1 m². Bei der Landeshauptstadt München erfolgt die Entrauchung / Entlüftung
• bei 2 Haltestellen mittels Dauerlüftungsöffnung
• ab 3 Haltestellen mittels eines zugelassenen Systems zur Entrauchung von Aufzugsschächten ins Freie.
Das System besteht aus einer NRA – Klappe angebracht im Schachtkopf oder im Maschinenraum (bei MR oben über) sowie einer Einheit zur Rauchdetektierung (Rauchmelder, Rauchansaugsystem, etc.) und ist grundsätzlich eine Leistung des Aufzuggewerkes. Die NRA – Klappe öffnet im Brandfall selbstständig, bei einer Überwachung des Aufzugsschachtes durch eine bauseitige BMA ist die Ansteuerung der NRA – Klap-pe im Vorfeld mit dem Errichter der BMA / dem Brandschutzgutachter abzustimmen. Zur Gewährleistung der Entlüftungs- und Entwärmungsfunktion ist das Entrauchungssystem zusätzlich mit einem Temperatur- und CO2- Sensor (angebracht im Schachtkopf oder an der Kabine) sowie einer Zeitschaltung auszustatten. Durch einen bauseitigen Wetterschutz mit umlaufenden Öffnungen ist eine wetter- und windunabhängige Entrauchung / Entlüftung zu gewährleisten. Der vorgeschrieben NRA – Druckknopfmelder ist in der Regel an der Haltestelle EG anzubringen (Hauptzugangsebene, BayBO §37 Absatz 3 Satz 2 „…geeignete Stel-le…“). Das Schachtentrauchungssystem ist durch einen Sachverständigen abzunehmen. Eine Dauerlüftungsöffnung stellt eine „geplante Öffnung“ dar, die aufgrund anderer ordnungsrechtlicher Anforderungen (hier: Brandschutz) für den bestimmungsgemäßen Betrieb eines Gebäudes erforderlich ist, diese wird daher nicht von der Dichtheitsforderung §6 Absatz 1 EnEV erfasst (siehe DIBt „24. Staffel Auslegungsfragen zur Energieeinsparverordnung).