Die Steigpunkte, Trassen und Kanäle zur Leitungsverlegung sowie Auslässe (Brüstungskanäle und Bodentanks) müssen ausreichend dimensioniert sein, das heißt es muss genügend Platz für Erweiterungen auch nach Vollausstattung des Grundstücks und der Gebäude vorhanden sein. Es ist eine Reserve von ca. 30% vorzusehen. Insbesondere bei Durchführungen durch Brandschotts ist zu berücksichtigen, dass diese je nach Hersteller in der Regel nur zu 60 % belegt werden dürfen und die Durchbrüche daher von Anfang an entsprechend groß ausgelegt werden müssen. Bei Trassen- und Leitungsführung innerhalb abgehängter Decken oder ähnlichem sind in notwendigen, regelmäßigen Abständen (ca. 5 bis maximal 10 m) Revisionsöffnungen vorzusehen. Revisionsöffnungen sind auch bei Abzweigungen oder Unterbrechungen der Leitungsführung in abgehängten Decken vorzusehen. Zur Leitungszuführung der Verlegekabel sind grundsätzlich nur metallene Kabelrinnen, idealerweise in Vollblech, zugelassen. Gitterrinnen und ähnliche sind aus Gründen der EMV nicht zugelassen. Aus Kostengründen dürfen aber Kabelrinnen mit Schlitzen quer zur Rinnenachse verwendet werden. Diese sind in schwerer Ausführung in halber Regelstützweite unter Verwendung von Formteilen auszuschreiben. Die notwendigen Angaben werden dem von H6 beauftragten Fachplaner übermittelt. Werden mehrere Kabelrinnen unterschiedlicher Gewerke übereinander in einen Kabelweg geführt, sind die Montagehöhen der Kabelrinnen untereinander von oben in folgender Reihenfolge auszuführen: Netzspannungsverkabelung, Hilfsleitungen, IT-Verkabelung, empfindliche Stromkreise. Bei parallelgeführten Kabelrinnen unterschiedlicher Gewerke kann die Netzspannungsverkabelung und die Hilfsleitungen (z.B. Brandmelder und Türöffner) in unterschiedlichen Kabelbündeln in einer Kabelrinne ohne Trennsteg verlegt werden. Die IT-Verkabelung und empfindliche Stromkreise (z.B. Messung und Instrumentation) sind in unterschiedlichen Kabelbündeln in einer parallellaufenden Kabelrinne mit Trennsteg zu verlegen. Kabelrinnenunterbrechungen müssen mit metallenen Systembauteilen (Seiten- und Bodenblech) vollflächig geschlossen werden. Generell werden Kabelrinnen raumübergreifend montiert, d.h. dass ein Wanddurchbruch mit einem stoßlosen Rinnenstück überwunden wird. Es ist nicht erlaubt, die Kabelrinne vor dem Wanddurchbruch enden zu lassen und nach dem Wanddurchbruch weiterzuführen. Die Kabelrinne muss in die Potentialausgleichsanlage einbezogen werden. Hierzu wird die wie nach dieser Richtlinie montierte Kabelrinne an mehreren Punkten mit lokalen Potentialausgleichsschienen mittels einer 16 mm² Kupfer-Potentialausgleichsleitung verbunden. Die parallele Führung einer Erdungs- bzw. Potentialausgleichsleitung kann bei dieser Vorgehensweise entfallen. Die Planung in diesem Bereich ist eng mit den Hochbau-Architektur- und – Fachabteilungen bzw. deren beauftragten Architektur- und Ingenieurbüros abzustimmen.