Sicherheitsleuchten sind im Notfall sehr wichtig und sind auch an strenge Richtlinien gebunden, die eingehalten werden müssen. Sie sollen im Notfall der Sicherheit und Orientierung dienen und auch im Falle eines Stromausfalls noch leuchten.

Allgemeines

Bei der Installation von Sicherheitsleuchten muss man sich an Folgende Vorgaben halten:

  • DIN VDE 0108 – Teil 100
  • DIN EN 1838
  • DIN 5035, Teil 6
  • DIN 4844, Teil 1 und 2
  • DIN VDE 0558 Teil 508
  • DIN VDE 0510 Teil 2
  • DIN VDE 0100 Teil 718
  • DIN VDE 0100 Teil 560
  • DIN VDE 0711 Teil 400
  • DIN VDE 0711 Teil 2-22
  • Bayrische Bauordnung
  • Versammlungsstättenverordnung
  • Garagenverordnung
  • Verordnung über Bau elektrischer Betriebsräume
  • Hochhausrichtlinie
  • Schulbaurichtlinie

Bereits während der Planung muss der Aufbau der Anlage von einem Prüfsachverständigen abgestimmt werden. Dieser muss vom Auftraggeber bestellt werden. Die Sicherheitsbeleuchtung sollte auch im Falle eines Stromausfalls noch mindestens 3 Stunden leuchten, um im Notfall Orientierung zu bieten. Alle Sicherheitsleuchten sollten außerdem mit gut lesbaren, gravierten und geschraubten Schildern ausgestattet sein und falls ein Gebäudeautomatisierungssystem vorhanden ist, muss bei der Planung ein Ausfall des Bussystems berücksichtigt werden. Die Funktion der Anlage muss dann noch von der VOB-Abnahme geprüft und umfassend dokumentiert werden.

Sicherheitsleuchten


Die Sicherheitsleuchten müssen in Notfällen noch lange leuchten können, um Sicherheit und Orientierung zu gewährleisten. Aus diesem Grund dürfen ausschließlich LED-Leuchten verwendet werden. Es sollen einzelüberwachte Sicherheitsleuchten im Mischbetrieb zum Einsatz kommen.

Ersatzstromversorgung bei Notfällen

Auf welche Art eine Ersatzstromversorgung verwendet wird hängt davon ab, wie viele Sicherheitsleuchten vorhanden sind. Im Regelfall werden Gruppen-/Zentralbatterieanlagen verwendet. Einzelbatterieleuchten dürfen nur in Ausnahmefällen verwendet werden und sind mit Hochbau 6 abzustimmen. Ein Batterieraum ist ebenso vorgesehen. Dieser muss ausreichend belüftet werden, mit Zu- und Abluft direkt von außen.

Es ist allerdings auch möglich auf den Batterieraum zu verzichten. Hierfür muss aber eine Gruppenbatterieanlage verwendet werden und es ist mit dem verantwortlichen Sachverständigen abzusprechen.

Leitungsanlage

Neben dem Hauptverteiler für die Sicherheitsstromversorgung ist zur Versorgung der notwendigen Sicherheitseinrichtung ein eigenes Verteilnetz erforderlich, welches vom allgemeinen Stromversorgungsnetz getrennt ist.

Spannungsüberwachung

Grundsätzlich sind die Stromkreise und Schaltgeräte in Zusammenhang mit der Sicherheitsbeleuchtung zu überwachen. Bei Dauerlicht wird die Spannung im Hauptverteiler der allgemeinen Stromversorgung überwacht und bei Bereitschaftsschaltung in der Unterverteilung der allgemeinen Beleuchtung des jeweiligen Bereichs. Falls die Spannung der allgemeinen Stromversorgung für 0,5 Sekunden auf 0,85 U sinkt, muss ein Umschalten auf Batteriebetrieb erfolgen.

Batterieanlage

Die Lebensdauer der Batterien sollte mindestens 12 Jahre betragen, um die Wartungsarbeiten zu reduzieren. Bei Gelbbatterien ist die Einhaltung der Langlebigkeit zu prüfen und zu dokumentieren. Die Batterien müssen entsprechend der VDE0510 im getrennten Batterieschrank, auf einem offenen Batteriegestell oder in einem abgeschotteten Batteriefach untergebracht werden. Der Batterieraum muss ausrechend belüftet werden und entsprechend der EltBauV mit Schwelle und säurefestem Anstrich auszuführen. Auf die Schwelle und den Anstrich kann mittels eines Antrags auf Abweichung verzichtet werden, aber nur in Abstimmung mit dem Prüfsachverständigen.

Für den Anlagenaufbau von Zentral- und Gruppenbatterieanlagen ist ein Stahlblech-Schranksystem nach VDE0510 vorzusehen. Über potentialfreie Kontakte müssen drei Meldungen ausgegeben werden. Anlage betriebsbereit, Speisung aus Batterie und Anlage gestört (Sammelstörung).

Zubehör

Die Zubehör- und Wartungsteile müssen im erforderlichen Ausmaß im stabilen Stahlblechschrank zu hinterlegen.
Die Anlagendokumentation (Schaltpläne, Bedienungsanleitungen, Gerätebeschreibungen, Stücklisten, Prüfbuch, Typenlisten, etc.) muss bei der Abnahme als Teil der Gesamtdokumentation übergeben werden. Eine schematische Darstellung der Sicherheitsbeleuchtungsanlage und ein Grundrissplan müssen beim Schalt- und Ladegerät hinter Glas aufgezogen und angebracht werden. Außerdem muss der Betriebsraum einen Wasseranschluss oder einen Wasservorrat besitzen.

Überwachung der Anlagen

An einer ständig während der Betriebszeit besetzten, zentralen Stelle (Amtsmeisterdienstraum) muss durch eine Meldeeinrichtung der Anlagenzustand (Betrieb, Störung) der Sicherheitsstromversorgung angezeigt werden. Störungen sollen außerdem an die Gebäudeleittechnik weitergeleitet werden.

Besonderheiten in Versammlungsstätten

In Versammlungsstätten ist eine Dauerschaltung für Beleuchtung der Rettungswege außerhalb von Versammlungsräumen, Bühnen und Szenenflächen, Hinweise und Rettungswege vorgesehen. Türen und Stufen müssen ebenso immer erkennbar sein. Für betriebsmäßig verdunkelte Versammlungsräume, Bühnen und Szenenflächen ist eine Bereitschaftsschaltung vorgesehen.

Fluchtwegbeleuchtungen müssen bis zur öffentlichen Verkehrsfläche reichen. Bei Spannungswiederkehr darf keine automatische Rückschaltung erfolgen, sondern muss manuell an der Schalttafel der Sicherheitsbeleuchtung vorgenommen werden.

Kontakt & Service

Veit Ingenieure
Energie Effizienz Experten