Öffentliche Stromversorgung und private Stromerzeuger

Grundsätzlich lässt sich die Stromversorgung in Deutschland in vier Bereiche unterteilen, für die Stromversorgung von Gebäuden sind die beiden erstgenannten zuständig:

  • Öffentliche Stromversorgung: Hauptanteil der Elektrizitätsversorgung
  • Private Stromerzeuger: Zahlenmäßig stärkste Gruppe, aber geringster Anteil an der Gesamtstromerzeugung
  • Eigene Kraftwerke der Industrie
  • Eigenanlagen der deutschen Bahn

Öffentliche Stromversorgung

In Deutschland gibt es so viele Energieversorger, wie in keinem anderen Land Europas. Weit über 1.000 Unternehmen kümmern sich allein um die Elektrizitätsversorgung. Neben einer Reihe großer Unternehmen existiert eine Vielzahl kleiner und mittlerer Energieversorger, die sich in ihrer Mehrheit in kommunaler Hand befinden (Stadtwerke) und etwa zwei Drittel der Unternehmen ausmachen. Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) verteilen sich diese Unternehmen im Wesentlichen auf folgende Bereiche (Stand: Sommer 2010):

  • 300 Stromerzeuger (> 1MW)
  • 910 Verteilungsnetzbetreiber
  • 120 Stromhändler
  • 1.030  Stromlieferanten.

Private Stromerzeuger

Aus Tausenden Windkraftanlagen, PV-Anlagen, Kleinst-Wasserkraftwerken, KWK-Anlagen und anderen Kleinkraftwerken wird Strom in das öffentliche Netz eingespeist. Diese zahlenmäßig stärkste Gruppe hat derzeit den geringsten Anteil an der Gesamtstromerzeugung. Aufgrund der im Frühjahr 2011 eingeleiteten sogenannten Energiewende wird ihr Anteil künftig aber deutlich steigen. Für die direkte Stromerzeugung am und im Gebäude haben sich derzeit hauptsächlich die Photovoltaik (PV) und die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) durchgesetzt.

Der mit Eigenanlagen erzeugte Strom kann ohne Kopplung mit dem öffentlichen Netz direkt im Haus verbraucht werden. Solche autarken, netzunabhängigen Systeme (Inselsysteme) sind üblich bei entfernt gelegenen Gebäuden, z. B. Ferienhäuser, wo sich der Aufwand  bzw. die Kosten für eine Netzkopplung nicht lohnen. Das Erzeugen von Eigenstrom zum direkten Verbrauch im Gebäude stößt bei regenerativen Quellen (Sonne und Wind) rasch an Grenzen, weil diese – verursacht z. B. durch Windstille oder Bewölkung – nicht kontinuierlich in der jeweils benötigten Menge verfügbar sind.

Gesetzliche Regelungen

Die Stromwirtschaft unterliegt einer Reihe von gesetzlichen Regelungen mit unterschiedlicher rechtlicher Bedeutung, die auch von der Gebäudewirtschaft zu beachten sind. Die wichtigsten sind:

  • das Energiewirtschaftsgesetz
  • das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
  • die Energieeinsparverordnung (EnEV)
  • und die Niederspannungsanschlussverordnung (NAV).